Bobby Fletcher

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Die Apokalyptischen Reiter in Hamburg - Review

Oktober 30th, 2008 by Bobby Fletcher

Am 28.10.2008 spielten Die Apokalyptischen Reiter im Grünspan in Hamburg. An einem Dienstag :( Bisher hatte ich mit der Band nicht allzuviel am Hut, kannte zwar einige Lieder, wäre ohne Einladung von einem Kumpel aber sicherlich nicht auf einem Konzert von denen gelandet. Fazit? Hammergeil!

Ich gebe zu, anfangs fand ich nicht gleich Zugang zur Musik, Klargesang und “fröhlich”-Style. Ich hangelte mich dann langsam über die Knüppel-Passagen und gelegentlichen Growls bis hinzu deutschen Texten und war letztendlich begeistert von der Stimmung, die diese Band innerhalb kürzerster Zeit im Stande war zu entfachen - nicht zuletzt wegen des doch sehr charismatischen Sängers. “Die Liebenden” und  “Seemann” waren Songs, die nicht lange um Mitwirkende aus dem Publikum warten mussten - sehr geil, dass hätte ich angesichts des Wochentags und des recht (alkohol-)nüchtern wirkenden Publikums nicht erwartet…

Etwas affig fand ich den Peitsche schwingenden und zwischendurch wie Omas Wellensittich schaukelnden “Lack- und Ledermann”. Aber selbst der wußte noch durch Schläge auf echte (nackte) Ärsche zu begeistern, auch wenn es nur der vom etwas breit wirkendem Sänger der schwedischen Heavy-Metal-Vorband (deren Name ich nicht mehr weiß und deren Sänger ständig Jack-Daniels trinkend gerufen hat “Prost Ihr Ärsche!” - “Prost Du Arsch” vom Publikum zurück bekommen hat) gewesen ist.

Sehr abstrus aber nicht uninteressant fand ich die Vorband der schwedischen Vorband, dessen Name ich nicht mehr weiss - Honigdieb (Website und myspace). Nicht wirklich Metal, aber metalnah in Heftigkeit, gepaart mit Blockflöte, etwas Ska und zynischen Texten - dazu die zuckenden Bewegungen des glatzköpfigen Sängers und seiner “Pornostar”-Einlage mit pinker Perrücke. Ziemlich strange.

Insgesamt ein absolut feiner Abend - fettes Dankeschön an die Einladung von meinem Namesfetter aus dem Alten Land!

Im Übrigen kann Hamburg froh sein, dass ich nicht in Hamburg wohne. Ich war ja erst am Wochenende da und denn schon wieder am Dienstag  - ich liebe diese Stadt und könnte jeden Tag fett abrocken aufm Kiez!

Die Apokalyptischen Reiter
- auf myspace
- Bandwebsite: www.reitermania.de
- Zum Reinhören: Songs auf www.reitermanias.de

Nachtrag(31.10.2008): Habe heute einen Artikel vom Hamburger Konzert im Tourtagebuch der Reiter gefunden:

In Hamburg sind legendäre Shows irgendwie Pflicht. Wenn die Frage aufkommen sollte, wo die wildesten Fans Deutschlands wohnen, dann sind die Hansestädter auf jeden Fall in den Top3. Bei der Show heute passieren so viele Dinge, dass man Mühe hat, die alle im Gedächtnis zu behalten. Bei „Auf die Liebe“ kommt ein Pärchen auf die Bühne und liefert eine coole Performance mit angedeutetem Geschlechtsverkehr ab. Die beiden sind echt zu süß und die Massen toben. Gleich vier Seemannsbräute stürmen beim „Seemann“ die Bühne und liefern sich anschließend bei „Reitermania“ ein Schlauchbootduell. Mustasch-Sänger Ralf wird vom Doktor auf der Bühne ausgepeitscht (auf den nackten Arsch). Dabei geht die Peitsche vom Doktor, die er sich vorher auf der Reeperbahn für 69 EUR gekauft hat, glatt beim dritten Schlag kaputt. Pro Hieb 23 EUR, kein schlechter Kurs, haha. Fuchs ist so verrückt und springt bei „We Will Never Die“ ins Publikum und wird durch den ganzen Saal getragen. Er singt dabei weiter, als wäre es das Normalste auf der Welt. Man hat wirklich das Gefühl, das jeden Moment die Wände aus dem proppenvollen Grünspan herausfliegen, die Luft wurde gegen ein Gemisch aus Schweiß, Körpersäften und Ekstase ausgetauscht. Beim abschließenden Verabschieden haben wir das Gefühl, die Hamburger wollen uns gar nicht wieder gehen lassen und reißen uns fast die Arme ab. Unglaublich. (Volk-Man)

 
 

 

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